Schottland stand schon seit Jahren auf meiner Bucket List, aber so richtig hatte es nie geklappt. Dieses Jahr hatte ich es mir dann fest vorgenommen und im Oktober war es endlich so weit. Mit dem Wohnmobil ging es neun Tage durch Schottland. Etwas Bammel hatte ich schon vor der Reise, da ich noch nie so ein großes Auto gefahren habe und wie immer allein unterwegs war. Vor dem Fahren hatte ich daher echt Respekt, insbesondere da die Straßen in Schottland eher schmal sind. Um so stolzer war ich dafür am Schluss meiner Reise!

Start in Edinburgh

Bevor es mit meinem Road-Trip losging, verbrachte ich erst mal drei Tage in Edinburgh. Auf dem Programm stand vor allem Sightseeing, wobei ich mich an meinem Artikel die «10 besten Sehenswürdigkeiten in Edinburgh» orientierte. Am ersten Tag ging es direkt zum Edinburgh Castle und dann entlang der Royal Mile zur St Giles Cathedral. Danach folgte ein Besuch des National Museum of Scotland und der Scottish National Gallery. Am zweiten Tag besichtigte ich den Holyrood Palace, den Calton Hill und die Royal Yacht Britannia. Nach zwei intensiven Tagen des Sightseeings hatte ich dann am dritten Tag Zeit, gemütlich durch Edinburgh zu schlendern, Souvenirs zu kaufen und natürlich auch für ein Haggis-Lunch.

An Tag vier meiner Schottlandreise ging es dann endlich los. Ich machte mich auf den Weg nach Whitecraig, einem Vorort von Edinburgh, um bei Roseisle mein Motorhome abzuholen. Gebucht hatte ich über Campanda. Nach einer kurzen Einführung erfolgte die Übergabe meines super modernen Wohnmobils. Bis ich den Dreh raus hatte wie alles funktioniert, dauerte es allerdings zwei bis drei Tage. Vor allem der erste Tag auf dem Camping-Platz in Braemar war ein echtes Abenteuer. Grey Water ablassen, neues Wasser auffüllen, Toilette reinigen – mein Gott war ich ein Anfänger!

Die Route

Eigentlich hatte ich ja vorgehabt, vorab die Route festzulegen. Aus Zeitgründen schaffte ich das leider nicht. Daher orientierte ich mich an meinem Artikel «Die 10 besten Sehenswürdigkeiten in Schottland» und legte eine grobe Route rund um die Sehenswürdigkeiten fest. Das entpuppte sich als gute Idee, da ich es wirklich schaffte, viele der top Sehenswürdigkeiten zu sehen – darunter Glennfinnan, Eilean Donan Castle, Balmoral Castle und Braemar Castle. Die Details der Route entschied ich dann sehr spontan – meist am Abend vorher, zum Teil sogar während der Fahrt.

Route: Edinburgh – Falkirk – Stirling – Braemar – Inverness – Loch Ness – Isle of Skye – Fort William – Glenfinnan – Loch Lomond – Edinburgh

Meine Highlights

Ich könnte jetzt über alles berichten, was ich gesehen habe, da dies zu lange dauern würde, möchte ich mich auf die Highlights konzentrieren. Auf meiner Reise habe ich diverse Schlösser besichtigt: Edinburgh Castle, Holyrood Palace, Stirling Castle, Balmoral Castle, Braemar Castle und Eilean Donan Castle. Das schönste, zumindest von außen, war für mich das Eilean Donan Castle. Dies liegt vor allem an der einzigartigen Lage. Am interessantesten war dafür das Edinburgh Castle – trotz der zahlreichen Touristen.

Auch die Fahrt vom Loch Ness zum Eilean Donan Castle und weiter zur Isle of Sky war ein Highlight, da ich Stunden lang allein durch diese einzigartige Landschaft fuhr und immer wieder anhielt, um Fotos zu machen. Weitere Highlights waren die Fahrten durch den Cairngorms National Park und das Tal Glencoe. Als Harry-Potter-Fan hatte ich mich zudem total auf Glenfinnan gefreut, leider war das Wetter so schlecht, dass man die Dampflock kaum erkennen konnte.

Die Isle of Skye war ebenfalls beeindruckend, allerdings hatte die Insel für mich schon fast etwas Beängstigendes. Zum einen war die Saison schon vorbei, so dass kaum noch Touristen dort waren. Zum anderen war das Wetter grausig, so dass ich mich nachts im Wohnmobil doch etwas fürchtete. So mitten in der Wildnis nachts allein im Wohnmobil, wenn draußen ein Sturm tobt ist nichts für schwache Nerven. Zudem hatte ich bei der Einfahrt zum Camping Platz in Portree einen kleinen Unfall – ich traf die super schmale Holzbrücke – was die Insel ebenfalls nicht gerade in guter Erinnerung bei mir ließ.

Campingplätze

Bis auf die erste Nacht, in der ich auf dem Parkplatz von The Helix in Falkirk parkte, habe ich auf meiner Reise durch Schottland immer Campingplätze aufgesucht. Der Grund dafür war vor allem, dass es mir zu aufwändig war, abends nach anderen Parkmöglichkeiten zu suchen. Zudem war mir allein etwas mulmig dabei, mit dem Wohnmobil wild zu campen. Ich mochte es lieber, wenn ich andere Camper um mich hatte und auch mal jemanden für ein Schwätzchen hatte. Hier eine Übersicht der Campingplätze, auf denen ich war.

Braemar Caravan Park
Glenshee Road, Braemar, Aberdeenshire, AB35 5YQ
www.braemarcaravanpark.co.uk
(Gepflegter Campingplatz im Herzen des Cairngorms-Nationalparks)

Bunchrew Caravan Park
Bunchrew, Inverness, Highlands and Islands, Scotland IV3 8TD
www.bunchrew-caravanpark.co.uk
(Direkt am Meer)

Torvaig Caravan & Camp Site
Torvaig, Portree IV51 9HU
www.portreecampsite.co.uk
(Sehr schmale Holzbrücke als Einfahrt! Leider habe ich diese auch direkt gerammt.)

Bunree Caravan and Motorhome Club Site
A82, Onich, Fort William PH33 6SE
www.caravanclub.co.uk
(Schmale Einfahrt mit Ampelanlage. Schöne Anlage direkt am See und mit vielen schottischen Campern, die hier ihre Ferien verbringen.)

Lomond Woods Holiday Park
Old Luss Rd, Balloch, Alexandria G83 8QP
www.woodleisure.co.uk
(Schöne Anlage direkt am Loch Lomond)

Mortonhall Caravan & Camping Park
38 Mortonhall Gate, Frogston Road, Edinburgh EH16 6TJ
www.meadowhead.co.uk
(Großer Camping-Platz mit eigenem Restaurant, Kiosk und super Busanbindung nach Edinburgh.)

Tipps für deine Reise mit dem Wohnmobil

Generell kann man nicht viel falsch machen, wenn man mit dem Wohnmobil durch Schottland reist. Ein paar Regeln gibt es aber zu beachten. Hier ein paar Tipps.

Linksverkehr: Der Linksverkehr ist viel einfacher als man denkt. Am besten orientiert man sich am Vordermann. Beim Kreisverkehr fährt man im Uhrzeigersinn. Hier ist es wichtig, sich vorher schon richtig einzuordnen. Nimmt man die erste Ausfahrt, sollte man sich links einordnen, ansonsten bleibt man in der Regel auf der rechten Spur. Einzig bei Ausfahrten (z.B. privates Grundstück oder Parkplatz) muss ich immer kürz überlegen. Am besten kurz innehalten, überlegen wo links ist, und erst dann auf die Straße einbiegen.

Wildcamping: Wildcamping ist in Schottland erlaubt, allerdings gilt das nur für Camper mit Zelt. Das Freistehen von Wohnmobilen wird geduldet, sofern sie maximal 15 Yards (circa 14 Meter) von der Straße entfernt parken. Allerdings gibt es inzwischen an vielen Stellen Schilder, die das Camping verbieten: «No overnight parking” oder “No overnight camping”. Dennoch ist es möglich, abends ein gutes Plätzchen für die Nacht zu finden.

Wildtiere: Gerade in den Nationalparks und auf den schottischen Inseln sind viele Wildtiere, Schafe und Hühner unterwegs, die gerne die Straßen für sich beanspruchen. Daher ist beim Fahren Vorsicht geboten – insbesondere bei Kurven und an uneinsichtigen Stellen.

Geschwindigkeit: Die Straßenschilder sind in Meilen ausgewiesen (1 Meile = 1,61km). In geschlossenen Ortschaften gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 30 mph (48km/h), auf Landstraßen 60mph (96km/h) und auf Autobahnen 70mph (113 km/h). Mautgebühren gibt es in Schottland nicht.

Parken: Generell ist es in Schottland recht einfach einen Parkplatz oder eine Parkbucht zu finden. Vor allem auf den Landstraßen gibt es alle paar Kilometer Parkbuchten. In Edinburgh oder Glasgow ist das natürlich schwieriger. Ein Park-und Halteverbot ist durch eine doppelte gelbe Linie am Straßenrand gekennzeichnet, eine einfache gelbe Linie signalisiert ein Parkverbot – allerdings nur zu den auf Schildern angezeigten Zeiten. In den Städten können Parkplätze auch für Anwohner reserviert sein, was mit «permit holder only» markiert ist.

Single Track Roads: Je weiter man in den Norden oder Westen fährt, desto mehr nehmen die großen Straßen ab. Stattdessen gibt es «single track roads», die nur aus einer Fahrbahn bestehen. Der entgegenkommende Verkehr kann durch das Ausweichen in kleine Buchten am Straßenrand («passing places») vorbeigelassen werden. Hier ist Freundlichkeit gefragt. Die Schotten signalisieren oft schon von weitem, dass sie dich vorbeilassen. Am besten bedankt man sich mit einem Handzeichen.

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