Roadtrip: Mit dem Auto durch Südengland

Roadtrip: Mit dem Auto durch Südengland

Diesen Sommer verbrachte ich meine Ferien in Südengland. Da ich dabei möglichst viele unterschiedliche Orte und Gegenden sehen wollte, entschied ich mich für einen Roadtrip. Insgesamt übernachtete ich an sechs verschiedenen Orten. An einigen blieb ich nur eine Nacht, an anderen mehrere Tage oder sogar eine ganze Woche. Immerhin waren dies meine Ferien, daher wollte ich mich zwischendurch auch mal ausruhen. Zwischendurch unternahm ich Ausflüge in die Umgebung.

Vorbereitung der Reise

Die Route hatte ich mir bereits zu Hause grob überlegt und entsprechend schon die meisten Unterkünfte über booking.com* und Airbnb gebucht. Statt mit dem Auto aus Zürich anzureisen, entschied ich mich für einen Flug nach London Heathrow und einen Mietwagen für den Roadtrip. Gebucht habe ich diesen über billiger-mietwagen.de*. Bei der Auswahl war mir eine Automatik-Schaltung wichtig und die Fahrzeugklasse. Das Auto sollte nicht zu klein, aber auch nicht zu groß sein. Geeignet für schmale Straßen, mit genügend Komfort für längere Fahrten und Platz für das Gepäck.

Meinen Flug hatte ich extra so gebucht, dass ich mittags ankam und genügend Zeit hatte, um den Mietwagen abzuholen und mich noch vor der Rush Hour auf den Weg nach Bournemouth zu machen. Als ich landete war ich mega nervös. Zwar hatte ich schon in Irland und Schottland Erfahrung mit dem Linksverkehr gemacht, aber vor dem starken Verkehr in Südengland, insbesondere rund um London, hatte ich Respekt. Vor allem auch, weil ich immer etwas Zeit brauche, um mich an ein neues Auto zu gewöhnen. Der Verkehr war dann auch in der Tat sehr stark. Ich stand viel im Stau. Aber es ging alles gut.

Abholung des Mietwagens

Die Abholung des Mietwagens lief problemlos. Am Flughafen wartete bereits der Shuttebus von Sixt, der mich direkt zur Autovermietung brachte. Glücklicherweise hatte mir der Veranstalter per E-Mail einen Brief geschickt, aus dem hervorging, dass ich bereits alle relevanten Versicherungen habe. Diesen habe ich am Sixt-Schalter dann vorlegt, als das übliche «Upsale-Gespräch» begann. Damit hatte sich das Thema erledigt. In den letzten Jahren hatten mir Autovermietungen immer wieder Versicherungen aufgeschwatzt, die ich eigentlich schon hatte.

Über das Auto freute ich mich dann riesig: einen fünftürigen Mini Cooper. Das perfekte Auto für einen Roadtrip durch Südengland. Schnell und wenig, super geeignet für die schmalen Straßen an der Küste und im Kofferraum noch genügend Platz für meinen großen Koffer und den Rucksack. Da ich mit der Technik nicht vertraut war, brauchte ich ein paar Minuten, bevor es dann wirklich losging. Wer rechnet auch damit, dass das Auto über einen Schalter in der Mittelkonsole gestartet wird?

Erster Stopp: Bournemouth

Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens brauchte ich deutlich länger nach Bournemouth als gedacht. Nach circa 3,5 Stunden Fahrzeit kam ich jedoch am Hotel an und ergatterte dort einen der letzten Parkplätze. Nach einer kurzen Verschnaufpause ging es direkt auf Erkundungstour: Erst ins Stadtzentrum und dann zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten wie dem Bournemouth Big Wheel, dem Pavilion sowie den Central, Upper und Lower Gardens. In der Abenddämmerung schlenderte ich dann an der Promenade entlang zur Bournemouth Pier, wo ich einige tolle Bilder machen konnte.

Isle of Wight

Spontan entschied ich mich, am nächsten Tag die Isle of Wight zu besichtigen. Die Ticketpreise für die Fähre waren sehr teuer, so dass ich länger mit mir haderte. Letztlich buchte ich aber doch. Am nächsten Morgen ging es direkt nach Lymington. Von dort nahm ich die Fähre nach Yarmouth. Da ich nur Zeit für einen Tagesausflug hatte, konnte ich leider nur den Norden der Insel besichtigen.

Mein erster Stopp war «The Needles»: eine Gruppe von drei Kreidefelsen an der Westküste, an deren Ende sich ein Leuchtturm befindet. Die Felsen waren einst Teil der Insel, wurden durch Erosion jedoch ins Meer hineingetragen. Inzwischen hat sich hier eine Art Jahrmarkt entwickelt. Neben kleinen Läden, wo man lokale Glasgefässe, handgemachte Bonbons usw. kaufen kann, gibt es verschiedene Fahrgeschäfte und Imbisse.

Danach ging es einige Kilometer weiter die Küste runter: zuerst nach Freshwater und dann weiter zur Compton Bay, einem der schönsten Strände der Insel. Nachdem ich einige Fotos gemacht hatte, entspannte ich am Strand und ging Schwimmen. Abends ging es zurück auf die Fähre und nach Bournemouth, wo ich den nächsten Tag mit einem Stadtbummel und Chillen am Strand verbrachte.

Tipp: Aufgrund der hohen Kosten für die Überfahrt, die bei circa GBP 100 liegen, empfiehlt sich eine Übernachtung auf der Insel. Die Tickets sollte man zudem online und direkt über den Fähranbieter buchen. Sonst sind sie noch teurer.

New Forest Nationalpark

Nach einem entspannten Tag in Bournemouth ging es mit dem MINI weiter zum New Forrest Nationalpark. Zuerst nach Lyndhurst und dann nach Beaulieu. Unterwegs machte ich mehrfach halt, um die freilaufenden Pferde und die Landschaft zu fotografieren. Lyndhurst ist ein kleiner Ort mit gemütlichen Cafés und dem New Forest Heritage Center. Nach einem Bummel durch den Ort, gönnte ich mir noch einen Cream Tea und super leckere Scones.

Nächster Stopp war Beaulieu, wo ich das National Motor Museum, das Palace House und Beaulieu Abbey besichtigte. Alle drei Sehenswürdigkeiten sowie einige weitere sind Teil einer größeren Anlage. Der Eintritt kostet £24.75 vor Ort und £19.50 für Frühbucher. Für den Besuch hatte ich mich spontan aufgrund einer Empfehlung entschieden – und er war es auf jeden Fall wert. Ich hatte einen super schönen Tag auf dem Gelände, was auch an den netten und hilfreichen Mitarbeitern lag, die sich Zeit für ein längeres «Schwätzchen» nahmen. Besonders das National Motor Museum, hat mir gefallen. Hier werden über 250 Autos ausgestellt – darunter viele Old Timer, berühmte Autos aus Filmen und sogar einige Formel-1-Wagen.

Zweiter Stopp: Eype, South Dorset

Da ich viel mehr Zeit im New Forest Nationalpark verbracht hatte als geplant, machte ich mich erst am späten Nachmittag auf den Weg nach South Dorset, wo ich bereits die nächste Übernachtung gebucht hatte. Leider hatte ich in der Eile vergessen, dass berühmte «Durdle Door» ins Navi einzugeben, so dass ich doch glatt daran vorbeigefahren bin. Dafür kam ich dann früh genug am nächsten Hotel in Eype an, um auf der Terrasse entspannt zu Abend zu essen und einen Spaziergang zum Strand zu machen, wo ich den Sonnenuntergang genoss.

Am nächsten Morgen ging ich direkt zum Eype Beach und dann entlang des South West Coast Path zu Fuß nach West Bay und zurück. Die Küste in South Dorset hat mir besonders gut gefallen. Hier komme ich auf jeden Fall noch einmal her und bleibe dann etwas länger.

Das Hotel «Eype’s Mouth Country Hotel» kann ich ebenfalls empfehlen, auch wenn die Straße dorthin nichts für schwache Nerven ist (sehr, sehr eng). Das Zimmer war gut, das Personal sehr freundlich, das Essen überdurchschnittlich und der Ausblick von der Terrasse aufs Meer ein Traum. Nach einem späten Lunch auf besagter Terrasse ging es weiter nach South Devon, wo ich mir für eine Woche ein Cottage direkt am Strand gebucht hatte.

Dritter Stopp: South Devon

Aus Erfahrung weiss ich, dass Roadtrips recht anstrengend sein können. Daher war es mir diesmal wichtig, nicht jeden Tag woanders zu übernachten und auch mal eine längere Pause einzulegen. Ich entschied mich für nur sechs Zwischenstopps und unternahm von diesen aus, Ausflüge in die Umgebung. Für meinen längsten Zwischenstopp von immerhin einer Woche, entschied ich mich für South Devon. Grund dafür war die Lage: nahe Cornwall, dem Dartmoor Nationalpark und der «Englischen Riviera».

Statt eines Hotels hatte ich mir über Airbnb ein Cottage direkt am Bovisand Beach nahe Plymouth gebucht. Die Anfahrt über eine super schmale Straße und auch die Schlüsselübergabe klappte zum Glück problemlos und vom Cottage war ich total begeistert. Es war modern eingerichtet mit einem großen Wohnzimmer, einer Küche mit allen Annehmlichkeiten, einem Bad mit Dusche und einem geräumigen Schlafzimmer. Neben dem Cottage befand sich eine abgegrenzte Terrasse mit Tisch und Sonnenliegen und vor dem Haus eine zweite Terrasse, von der man einen atemberaubenden Blick aufs Meer hatte. Ich fühlte mich hier gleich pudelwohl und wollte am Schluss gar nicht mehr abreisen.

Plymouth

Einige Tage verbrachte ich im Cottage, las Bücher und genoss den atemberaubenden Blick aufs Meer. Aufgrund der großen Fenster hatte ich sogar vom Sofa aus einen tollen Ausblick. An mehreren Tagen unternahm ich jedoch Ausflüge. Von meinem Tagesausflug nach Plymouth war ich jedoch etwas enttäuscht. Die Broschüre, die ich gefunden hatte, klang so verheissungsvoll und Plymouth ist immerhin für seine Geschichte bekannt. Von hier sind die ersten Pilger mit der Mayflower Richtung Amerika aufgebrochen. Das heutige Plymouth empfand ich eher als heruntergekommen. Nur der historische Bezirk Barbican hat mir gefallen.

Cornwall

Deutlich interessanter war mein Tagesausflug nach Cornwall. Ziel war die Polperro Heritage Coast und der Ort Fowey. Die Küste von Cornwall ist wirklich atemberaubend schön und auch Fowey mit seinen schmalen Straßen und quirligen Läden war sehenswert. Ich verbrachte hier mehrere Stunden, gönnte mir in einem Restaurant an der Promenade Fish & Chips und erwarb einige tolle Mitbringsel. Da sich der Parkplatz oben auf dem Berg befindet und man nur mit Münzen zahlen kann, sollte man unbedingt Kleingeld dabeihaben. Sonst geht es euch wie mir und ihr dürft runter ins Dorf zum Geldwechseln laufen und dann wieder den Berg rauf! Im Anschluss machte ich noch einen kurzen Abstecher nach St. Austell. Für das Eden Project hat diesmal leider die Zeit gefehlt.

Dartmoor Nationalpark

Mein Highlight unter den Ausflügen war jedoch Dartmoor. Der Nationalpark hat mich stark an Schottland erinnert, wo ich das Jahr zuvor mit dem Wohnmobil unterwegs gewesen war. Ich liebe einfach diese raue Natur, wo man kilometerweit nur Hügel und freilaufende Tiere sieht. Nach einem kurzen Stopp, bei dem ich eine Stunde lang durch die Wiesen wanderte und freilaufender Pferde und Schafe beobachte, ging es weiter nach Princetown. Den Ort fand ich nicht wirklich interessant, daher machte ich mich schnell wieder auf den Weg entlang der «Two Bridges» nach Postbridge. Hier gibt es einen kleinen Bach mit einer hübschen Brücke, an dem man kurz verweilen kann.

Vierter Stopp: Bath

Nach einer Woche in South Devon nahm ich Abschied von meinem hübschen Cottage und machte mich wieder auf den Weg nach Nordosten. Auf dem Weg nach London wollte ich noch zwei Zwischenstopps einlegen: in Bath und in Windsor. Am Tag der Fahrt waren es über 30 Grad und leider nahm ich aufgrund des Navis an einer Stelle die falsche Abfahrt, so dass ich mehrere Stunden über die Landstraße statt via Autobahn fuhr. Dementsprechend war ich auch recht erschöpft als ich am Nachmittag endlich in Bath ankam.

Das Hotel zu finden dauerte eine Weile, da wie so oft keine Hausnummer angegeben war und die Straße mehrere Kilometer lang war. Glücklicherweise hatte ich mit dem Handy eine gute Internetverbindung und Google Maps, so dass ich rechts rangefahren bin und das Hotel auf der Karte finden konnte. Das Hotel «Tasburgh House» selbst war super schön und das Personal extrem freundlich und hilfsbereit. Mein Koffer wurde die Treppen hoch und runtergetragen, das Zimmer war sehr geräumig und liebevoll eingerichtet und das Frühstück war sehr lecker. Wenn ich mal wieder in der Gegend bin, komme ich auf jeden Fall wieder in dieses Hotel.

Bath fand ich super schön. Vom Hotel konnte ich am Kanal entlang ins Zentrum laufen. Dort schlenderte ich die High Street entlang und bummelte in den Läden. Zudem machte ich halt bei verschiedenen Sehenswürdigkeiten des einstigen römischen Bades: Pulteney Bridge, Abteikirche Bath, Thermae Bath Spa, The Circus, Royal Crescent, Royal Victoria Park und The Jane Austen Centre. Leider war meine Zeit in Bath begrenzt, so dass ich mich nach einem anstrengenden Tag und nach einem Abendessen in einem Thai-Restaurant erschöpft auf den Weg zurück zum Hotel machte und nach einem Bad direkt ins Bett ging.

Fünfter Stopp: Windsor

Gut erholt und nach einem leckeren Frühstück mit Pancakes ging es weiter nach Windsor. Vor der Fahrt hatte ich etwas Respekt, da ich mich wieder dem Ballungsraum London näherte. Trotz starkem Verkehr klappte aber alles problemlos, ich konnte frühzeitig ins neue Hotel einchecken und begab mich direkt auf Sightseeing-Tour. Obwohl ich über ein Jahr in London gelebt hatte, war ich noch nie in Windsor gewesen. Um so überraschter war ich, wie schön der Ort eigentlich ist.

Als erstes ging es natürlich zum Windsor Castle, wo ich mich gemeinsam mit hunderten anderen Touristen auf Entdeckungstour begab. Das Schloss zählt zu den schönsten, die ich besichtigt habe. Besonders interessant fand ich St George’s Chapel. Diese kannte ich bereits von den Aufnahmen zur Hochzeit von Harry und Megan. Plötzlich stand ich neben den Stühlen, wo während der Trauungszeremonie die königliche Familie sowie Stars wie George Clooney und Amal gesessen hatten. Das war für mich schon etwas Besonderes.

Danach bummelte ich durch den hübschen Ortskern und dann entlang der Themse. Nach einem Abendessen im Pub entspannte ich auf der Wiese des Long Walks und ließ den Abend langsam ausklingen.

Sechster Stopp: London

Am nächsten Morgen machte ich mich auf den Weg nach London Heathrow, um meinen liebgewonnenen MINI Cooper bei der Sixt-Autovermietung abzugeben. Die Fahrt und die Übergabe liefen glücklicherweise problemlos. Bis auf das übliche Problem, dass mal wieder keine Hausnummer angegeben war und ich eine Weile suchen durfte. Danach ging es mit der U-Bahn direkt nach Kensington, wo sich mein Hotel befand.

Da ich schon duzenden Male in London war und auch eine Zeitlang dort gelebt habe, verbrachte ich die nächsten Tage nicht mit Sightseeing, sondern genoss einfach die Atmosphäre der Stadt sowie die internationale Küche. Ich ging Indisch, Libanesisch, Französisch und Japanisch essen. Zudem schlenderte ich die Southbank entlang, durch Covent Garden und Seven Sisters und kaufte dabei noch einige Mitbringsel für zu Hause. Abends traf ich mich noch mit Freunden, die ich von früher kannte. Und nach vier Tagen in London, ging es auch schon wieder zurück nach Zürich.

So, dass war nun der Erfahrungsbericht meiner Rundreise durch Südengland. Ich hoffe, er hat euch gefallen. Hier noch mal die Route im Überblick:

 

  • Start: London Heathrow
  • 1. Stopp: Bournemouth (Ausflüge: Isle of Wight, New Forest Nationalpark)
  • 2. Stopp: South Dorset
  • 3. Stopp: South Devon (Ausflüge: Cornwall, Dartmoor, Plymouth, Englische Riviera)
  • 4. Stopp: Bath
  • 5. Stopp: Windsor
  • 6. Stopp: London

Touren in Südengland

Wer mal nicht selbst mit dem Auto fahren möchte, kann auch Touren unternehmen. Die Auswahl reicht von Tagestouren bis hin zu mehrtägigen Touren.

Kurztrip nach Edinburgh: Was du in drei Tagen alles sehen kannst

Kurztrip nach Edinburgh: Was du in drei Tagen alles sehen kannst

Die schottische Hauptstadt Edinburgh ist eine wunderschöne Stadt und auf jeden Fall eine Reise wert. Wenn man sich die vielen deutschsprachigen Touristen in der Stadt anschaut, scheine ich mit dieser Meinung nicht allein zu stehen. Ich selbst habe meinen Aufenthalt in Edinburgh mit einer Rundreise durch Schottland verknüpft – ganz klassisch mit dem Wohnmobil. Viele Touristen kommen aber auch nur für einen Kurztrip nach Edinburgh, z.B. für ein verlängertes Wochenende. Im Folgenden zeige ich dir am Beispiel meiner Reise, was du dir innerhalb von drei Tagen in Edinburgh alles anschauen kannst.

Tag 1: Edinburgh Castle, Museen und Royal Mile

Am ersten Tag ging es morgens direkt rauf zum Edinburgh Castle* von wo man eine fantastische Sicht auf die Stadt hat. Für den Besuch der Burg sollte man mindestens zwei Stunden einplanen, da auf dem Gelände viele kleinere Ausstellungen und Museen verstreut sind – etwa die Kronjuwelen, der Stone of Scone, das Kriegsgefängnis und die Great Hall. Zudem befindet sich auf dem Gelände das National War Museum. Zufälligerweise war ich genau um 13.00 Uhr auf dem Burggelände, als wie jeden Tag die Kanone «One O’Clock Gun» abgefeuert wurde. Früher half der Kanonenschlag den Seefahren dabei, ihre Chronometer zu justieren. Inzwischen ist er Tradition.

Danach schlenderte ich entspannt die Royal Mile entlang, die das Edinburgh Castle mit dem Palace of Holyrood verbindet. Mein erster Zwischenstopp war St Giles‘ Cathedral, die Hauptkirche der Church of Scotland. Besonders sehenswert sind hier die zahlreichen Glasfenster in der Westfassade (The Great West Windows), die 1985 von dem isländischen Künstler Leifur Breidfjörd entworfen wurden.

Danach ginge es weiter zu Byron, wo ich mir einen Barbecue Burger zum Lunch gönnte. Den Nachmittag verbrachte ich im National Museum of Scotland, das mich positiv überraschte. Das Museum besteht aus zwei Teilen: der eine stellt schottische Geschichte und Kunst aus, der andere naturwissenschaftliche Exponate. Das Museum ist weitläufig und hell. Zudem gibt es viele Möglichkeiten zur Interaktion.

Auf meinem Weg zur Princess Street machte ich noch einen kurzen Abstecher in der Scotish National Gallery, die Gemälde, Drucke, Zeichnungen und Skulpturen vom 14. bis zum 19. Jahrhundert ausstellt. Danach bummelte ich nur noch etwas durch die Altstadt und besorgte mir etwas zum Abendessen.

Tag 2: Holyrood Palace und Royal Yacht Britannia

Vom Hotel aus, das sich in der Market Street befand, schlenderte ich die Cockburn Street entlang. Nach einem Full English Breakfast im Cockburn Café durchstöberte ich die vielen kleinen Läden, die sich in dieser Straße befinden. Die quirligen Läden waren eine echte Überraschung und ich erstand hier gleich mehrere Mitbringsel für meine Freunde daheim.

Am Ende der Straße angekommen, schlug ich wieder in die Royal Mile ein und lief bis runter zum Parlament und dem Palace of Holyroodhouse*. Der Palast ist beeindruckend von außen, eine Besichtigung muss meiner Meinung nach aber nicht sein. Ich war jedenfalls etwas enttäuscht.

Ganz in der Nähe des Holyrood Palace liegt der Calton Hill, von dem aus man eine atemberaubende Sicht auf Edinburgh und das Meer hat. Natürlich konnte ich mir diese nicht entgehen lassen und erklomm den Hügel. Auch den Arthur’s Seat sieht man von hier.

Für den Nachmittag hatte ich bereits Tickets für die Royal Yacht Britannia* erworben, also ging ich den Hügel hinab zur Princess Street, wo ich den Bus 22 bestieg und mich auf zum Ocean Terminal machte. Der Eingang zur Royal Yacht Britannia liegt im zweiten Stock der Mall am Ocean Terminal. Glücklicherweise schien ausnahmsweise mal die Sonne, so dass ich einen wunderschönen Nachmittag auf der Yacht verbrachte – inklusive English Afternoon Tea im Café der Yacht.

Die Besichtigung dauert circa 1.5 Stunden und lohnt sich. Man fühlt sich der königlichen Familie auf der Yacht viel näher als in den Schlössern, die man besichtigen kann. Der Grund dafür ist, dass die Yacht sehr gemütlich und wie ein echtes zu Hause eingerichtet ist. Man sieht das Wohnzimmer der königlichen Familie, das Arbeitszimmer der Queen, die Schlafzimmer, die Mannschaftsquartiere und vieles mehr. Es fällt nicht schwer, sich vorzustellen, wie die königliche Familie hier ihre Zeit verbracht hat.

Tag 3: Sightseeing oder doch Shopping?

Du kannst natürlich auch den dritten Tag mit Sightseeing verbringen. Es gibt noch diverse Sehenswürdigkeitenin Edinburgh zu besichtigen – darunter den Royal Botanic Garden, den Edinburgh Zoo* und Camera Obscura*. Da ich gesundheitlich etwas angeschlagen war und kein großer Fan von Zoos und botanischen Gärten bin, entschied ich mich dazu, gemütlich durch die Stadt zu schlendern und die Atmosphäre in mich aufzusaugen.

Natürlich stand auch intensives Shopping auf dem Plan. An den ersten beiden Tagen hatte ich mir bereits einen guten Überblick über Edinburgh verschafft und mir schon mal die Geschäfte gemerkt, die ich besuchen wollte. Unter anderem erstand ich zwei Kaschmirschals sowie einen Rock mit Tartanmuster.

Zudem musste ich unbedingt noch das Nationalgericht der Schotten probieren: Haggis. Das Gericht besteht aus dem Magen eines Schafes, der mit Herz, Leber, Lunge, Nierenfett, Zwiebeln und Hafermehl gefüllt wird. Ich entschied mich für das Restaurant Makars, in der Nähe des Edinburgh Castle. Dieses hatte bereits am ersten Tag meine Aufmerksamkeit geweckt. Geschmeckt hat Haggis wie körniges Hackfleisch. Besonders lecker war die Beilage. Ich liebe Kartoffelbrei und diesen gab es gleich in zig Variationen. Ich habe mich für «Creamed Horseradish Mash» entschieden. Yummy!

Ich hoffe, ich konnte dir etwas Inspiration für deinen eigenen Kurztrip nach Edinburgh geben. Am besten konzentrierst du dich nicht nur auf die Sehenswürdigkeiten, sondern probierst auch mal die lokale Küche aus und bummelst gemütlich durch die Gassen. So kannst du die einzigartige Atmosphäre der Stadt erleben.

Ausflüge, Touren und Tickets

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Mit dem Wohnmobil durch Schottland

Mit dem Wohnmobil durch Schottland

Schottland stand schon seit Jahren auf meiner Bucket List, aber so richtig hatte es nie geklappt. Dieses Jahr hatte ich es mir dann fest vorgenommen und im Oktober war es endlich so weit. Mit dem Wohnmobil ging es neun Tage durch Schottland. Etwas Bammel hatte ich schon vor der Reise, da ich noch nie so ein großes Auto gefahren habe und wie immer allein unterwegs war. Vor dem Fahren hatte ich daher echt Respekt, insbesondere da die Straßen in Schottland eher schmal sind. Um so stolzer war ich dafür am Schluss meiner Reise!

Start in Edinburgh

Bevor es mit meinem Road-Trip losging, verbrachte ich erst mal drei Tage in Edinburgh. Auf dem Programm stand vor allem Sightseeing, wobei ich mich an meinem Artikel die «10 besten Sehenswürdigkeiten in Edinburgh» orientierte. Am ersten Tag ging es direkt zum Edinburgh Castle und dann entlang der Royal Mile zur St Giles Cathedral. Danach folgte ein Besuch des National Museum of Scotland und der Scottish National Gallery. Am zweiten Tag besichtigte ich den Holyrood Palace, den Calton Hill und die Royal Yacht Britannia. Nach zwei intensiven Tagen des Sightseeings hatte ich dann am dritten Tag Zeit, gemütlich durch Edinburgh zu schlendern, Souvenirs zu kaufen und natürlich auch für ein Haggis-Lunch.

An Tag vier meiner Schottlandreise ging es dann endlich los. Ich machte mich auf den Weg nach Whitecraig, einem Vorort von Edinburgh, um bei Roseisle mein Motorhome abzuholen. Gebucht hatte ich über Campanda. Nach einer kurzen Einführung erfolgte die Übergabe meines super modernen Wohnmobils. Bis ich den Dreh raus hatte wie alles funktioniert, dauerte es allerdings zwei bis drei Tage. Vor allem der erste Tag auf dem Camping-Platz in Braemar war ein echtes Abenteuer. Grey Water ablassen, neues Wasser auffüllen, Toilette reinigen – mein Gott war ich ein Anfänger!

Die Route

Eigentlich hatte ich ja vorgehabt, vorab die Route festzulegen. Aus Zeitgründen schaffte ich das leider nicht. Daher orientierte ich mich an meinem Artikel «Die 10 besten Sehenswürdigkeiten in Schottland» und legte eine grobe Route rund um die Sehenswürdigkeiten fest. Das entpuppte sich als gute Idee, da ich es wirklich schaffte, viele der top Sehenswürdigkeiten zu sehen – darunter Glennfinnan, Eilean Donan Castle, Balmoral Castle und Braemar Castle. Die Details der Route entschied ich dann sehr spontan – meist am Abend vorher, zum Teil sogar während der Fahrt.

Route: Edinburgh – Falkirk – Stirling – Braemar – Inverness – Loch Ness – Isle of Skye – Fort William – Glenfinnan – Loch Lomond – Edinburgh

Meine Highlights

Ich könnte jetzt über alles berichten, was ich gesehen habe, da dies zu lange dauern würde, möchte ich mich auf die Highlights konzentrieren. Auf meiner Reise habe ich diverse Schlösser besichtigt: Edinburgh Castle, Holyrood Palace, Stirling Castle, Balmoral Castle, Braemar Castle und Eilean Donan Castle. Das schönste, zumindest von außen, war für mich das Eilean Donan Castle. Dies liegt vor allem an der einzigartigen Lage. Am interessantesten war dafür das Edinburgh Castle – trotz der zahlreichen Touristen.

Auch die Fahrt vom Loch Ness zum Eilean Donan Castle und weiter zur Isle of Sky war ein Highlight, da ich Stunden lang allein durch diese einzigartige Landschaft fuhr und immer wieder anhielt, um Fotos zu machen. Weitere Highlights waren die Fahrten durch den Cairngorms National Park und das Tal Glencoe. Als Harry-Potter-Fan hatte ich mich zudem total auf Glenfinnan gefreut, leider war das Wetter so schlecht, dass man die Dampflock kaum erkennen konnte.

Die Isle of Skye war ebenfalls beeindruckend, allerdings hatte die Insel für mich schon fast etwas Beängstigendes. Zum einen war die Saison schon vorbei, so dass kaum noch Touristen dort waren. Zum anderen war das Wetter grausig, so dass ich mich nachts im Wohnmobil doch etwas fürchtete. So mitten in der Wildnis nachts allein im Wohnmobil, wenn draußen ein Sturm tobt ist nichts für schwache Nerven. Zudem hatte ich bei der Einfahrt zum Camping Platz in Portree einen kleinen Unfall – ich traf die super schmale Holzbrücke – was die Insel ebenfalls nicht gerade in guter Erinnerung bei mir ließ.

Campingplätze

Bis auf die erste Nacht, in der ich auf dem Parkplatz von The Helix in Falkirk parkte, habe ich auf meiner Reise durch Schottland immer Campingplätze aufgesucht. Der Grund dafür war vor allem, dass es mir zu aufwändig war, abends nach anderen Parkmöglichkeiten zu suchen. Zudem war mir allein etwas mulmig dabei, mit dem Wohnmobil wild zu campen. Ich mochte es lieber, wenn ich andere Camper um mich hatte und auch mal jemanden für ein Schwätzchen hatte. Hier eine Übersicht der Campingplätze, auf denen ich war.

Braemar Caravan Park
Glenshee Road, Braemar, Aberdeenshire, AB35 5YQ
www.braemarcaravanpark.co.uk
(Gepflegter Campingplatz im Herzen des Cairngorms-Nationalparks)

Bunchrew Caravan Park
Bunchrew, Inverness, Highlands and Islands, Scotland IV3 8TD
www.bunchrew-caravanpark.co.uk
(Direkt am Meer)

Torvaig Caravan & Camp Site
Torvaig, Portree IV51 9HU
www.portreecampsite.co.uk
(Sehr schmale Holzbrücke als Einfahrt! Leider habe ich diese auch direkt gerammt.)

Bunree Caravan and Motorhome Club Site
A82, Onich, Fort William PH33 6SE
www.caravanclub.co.uk
(Schmale Einfahrt mit Ampelanlage. Schöne Anlage direkt am See und mit vielen schottischen Campern, die hier ihre Ferien verbringen.)

Lomond Woods Holiday Park
Old Luss Rd, Balloch, Alexandria G83 8QP
www.woodleisure.co.uk
(Schöne Anlage direkt am Loch Lomond)

Mortonhall Caravan & Camping Park
38 Mortonhall Gate, Frogston Road, Edinburgh EH16 6TJ
www.meadowhead.co.uk
(Großer Camping-Platz mit eigenem Restaurant, Kiosk und super Busanbindung nach Edinburgh.)

Tipps für deine Reise mit dem Wohnmobil

Generell kann man nicht viel falsch machen, wenn man mit dem Wohnmobil durch Schottland reist. Ein paar Regeln gibt es aber zu beachten. Hier ein paar Tipps.

Linksverkehr: Der Linksverkehr ist viel einfacher als man denkt. Am besten orientiert man sich am Vordermann. Beim Kreisverkehr fährt man im Uhrzeigersinn. Hier ist es wichtig, sich vorher schon richtig einzuordnen. Nimmt man die erste Ausfahrt, sollte man sich links einordnen, ansonsten bleibt man in der Regel auf der rechten Spur. Einzig bei Ausfahrten (z.B. privates Grundstück oder Parkplatz) muss ich immer kürz überlegen. Am besten kurz innehalten, überlegen wo links ist, und erst dann auf die Straße einbiegen.

Wildcamping: Wildcamping ist in Schottland erlaubt, allerdings gilt das nur für Camper mit Zelt. Das Freistehen von Wohnmobilen wird geduldet, sofern sie maximal 15 Yards (circa 14 Meter) von der Straße entfernt parken. Allerdings gibt es inzwischen an vielen Stellen Schilder, die das Camping verbieten: «No overnight parking” oder “No overnight camping”. Dennoch ist es möglich, abends ein gutes Plätzchen für die Nacht zu finden.

Wildtiere: Gerade in den Nationalparks und auf den schottischen Inseln sind viele Wildtiere, Schafe und Hühner unterwegs, die gerne die Straßen für sich beanspruchen. Daher ist beim Fahren Vorsicht geboten – insbesondere bei Kurven und an uneinsichtigen Stellen.

Geschwindigkeit: Die Straßenschilder sind in Meilen ausgewiesen (1 Meile = 1,61km). In geschlossenen Ortschaften gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 30 mph (48km/h), auf Landstraßen 60mph (96km/h) und auf Autobahnen 70mph (113 km/h). Mautgebühren gibt es in Schottland nicht.

Parken: Generell ist es in Schottland recht einfach einen Parkplatz oder eine Parkbucht zu finden. Vor allem auf den Landstraßen gibt es alle paar Kilometer Parkbuchten. In Edinburgh oder Glasgow ist das natürlich schwieriger. Ein Park-und Halteverbot ist durch eine doppelte gelbe Linie am Straßenrand gekennzeichnet, eine einfache gelbe Linie signalisiert ein Parkverbot – allerdings nur zu den auf Schildern angezeigten Zeiten. In den Städten können Parkplätze auch für Anwohner reserviert sein, was mit «permit holder only» markiert ist.

Single Track Roads: Je weiter man in den Norden oder Westen fährt, desto mehr nehmen die großen Straßen ab. Stattdessen gibt es «single track roads», die nur aus einer Fahrbahn bestehen. Der entgegenkommende Verkehr kann durch das Ausweichen in kleine Buchten am Straßenrand («passing places») vorbeigelassen werden. Hier ist Freundlichkeit gefragt. Die Schotten signalisieren oft schon von weitem, dass sie dich vorbeilassen. Am besten bedankt man sich mit einem Handzeichen.

Reisebericht: 10 Tage in Irland

Reisebericht: 10 Tage in Irland

Schon seit Jahren hatte ich geplant mal wieder nach Irland zu reisen. Eine gute Freundin von mir lebt seit einigen Jahren in der Nähe von Dublin. Daher hatte ich mir vorgenommen, einen Besuch bei ihr mit einem Urlaub in Irland zu verbinden. Im Dezember war es dann endlich so weit. Zwei Tage nach Weihnachten machte ich mich mit Aerlingus auf den Weg nach Dublin. Das Wetter für den Flug hätte nicht schöner sein können.

Nach der Landung auf dem Flughafen in Dublin holte ich dann erstmal meinen Mietwagen ab. Diesen hatte ich bereits online bei Alamo (Enterprise) reserviert. Innerhalb von nur 20 Minuten hatte ich alle Formalitäten geklärt und saß bereits in meinem Mietwagen – einem Opel Corsa. Da ich großen Respekt vor dem Linksverkehr hatte und mich zunächst an das unbekannte Auto gewöhnen wollte, habe ich erst einmal zwei Runden im Parkhaus gedreht. Erst dann ging es raus auf die Straße.

Das Autofahren in Irland war deutlich einfacher als erwartet, was auch daran liegen könnte, dass es weniger Verkehr gibt und die Iren recht gemütlich unterwegs sind. Nur an die super schmalen Landstraßen musste ich mich erst gewöhnen. Innerhalb von nur 40 Minuten war ich bereits bei meiner Freundin, die in einem kleinen Cottage in der Nähe des Dorfes Slaine lebt. Nach einer innigen Begrüßung zeigte sie mir mein Zimmer und ich verbrachte den Abend gemeinsam mit ihr und ihrer Familie.

Unterwegs im Nordosten

In den folgenden Tagen nutze ich das Haus meiner Freundin als Ausgangspunkt für Tagesausflüge. Die Abende verbrachten wir dann gemeinsam. Einer meiner ersten Ausflüge brachte mich nach Slaine. Dort gönnte ich mir zusammen mit meiner Freundin bei Georges Patisserie ein Sandwich und ein super leckeres Apple Crumble. Danach ging es weiter zum Slaine Castle. Da dort gerade eine Hochzeit stattfand, konnten wir uns das Schloss nur von außen anschauen. Dafür hatte die Distillerie geöffnet, in welcher der Slaine Irish Whiskey gebraut wird, so dass wir uns stattdessen diese anschauten.

Am folgenden Tag war ich allein unterwegs. Mein Ziel war das Boyne-Tal, nördlich von Dublin. Dort gab es gleich drei Sehenswürdigkeiten, die ich mir anschauen wollte. Den Anfang machte das bekannteste Ganggrab Irlands: Newgrange.

Newgrange wurde vermutlich 2.500 v. Chr. erbaut. 1962 wurde es vollständig wiederhergestellt und ist seit 1993 eingetragenes Weltnaturerbe. Bei einer Führung konnte ich das Innere des Grabs besichtigen. Zunächst bedurfte das etwas Überwindung, da ich unter Platzangst leide. Nachdem ich den 19 Meter langen Gang durchquert hatte, kam ich in eine kleine Halle. Dort erzählte uns der Reiseführer mehr über das Ganggrab und nach einiger Zeit verdunkelte er die Halle, um den Sonnenaufgang zur Wintersonnenwende zu demonstrieren. Nachdem ich die Halle verlassen hatte, wanderte ich noch etwas auf dem Gelände umher und schoss einige Bilder, bevor es mit dem Shuttle-Bus zurück zum Besucherzentrum ging. Man kann Newgrange und Knowth, ein weiteres Ganggrab, nur im Rahmen einer Tour besichtigen, die vom Besucherzentrum ausgeht.

Newgrange

Nach einer Autofahrt von nur wenigen Minuten kam ich zu meinem zweiten Tagesziel: Battle of the Boyne. Das Gelände erinnert an an ein entscheidendes Ereignis der irischen und nordirischen Geschichte. Am Fluss Boyne in der Nähe von Rosnaree konnte König Wilhelm III. von England den ehemaligen König von England Jakob II. aus dem Hause Stuart besiegen und die Insel Irland zurückerobern.

Von hier ging es dann weiter nach Monasterboice, einer ehemaligen Klosteranlage, die 1097 bei einem Feuer nahezu zerstört wurde und seitdem als Friedhof genutzt wird. Bekannt ist Monasterboice für den Rundturm und die drei Sandstein-Hochkreuze aus dem 9. Jahrhundert. Da sich die ersten Ausläufer von Sturm „Eleanor“ bemerkbar machten und der Friedhof von Bäumen umgeben war, blieb ich nur kurz. Es reichte aber für einige bemerkenswerte Eindrücke und Fotos.

Am nächsten Tag ging es dann zum Trim Castle, bekannt aus dem Film Braveheart und die größte normannische Burg in Europa. Sie befindet sich direkt am Fluss Boyne. Der Bau begann im Jahr 1172 unter Leitung von Hugh de Lacy, der durch die Architektur ein Gefühl der normannischen Stärke vermitteln wollte, um sich von den gälischen Iren abzugrenzen. Zusammen mit einem beeindruckenden, dreigeschossigen Bergfried, wurden ein Torhaus und Ringmauern errichtet, die von einem Wassergraben umschlossen wurden. Man kann das Gelände auf eigene Faust erkunden, wobei die vielen Informationstafeln sehr hilfreich sind. Der beste Weg, um die Geschichte der Burg zu verstehen, ist jedoch eine Führung.

Belfast

Für den nächsten Tag hatte meine Freundin bereits angekündigt, mitzukommen. Früh um 8 Uhr machten wir uns auf den Weg nach Belfast. Die Nacht war recht kalt gewesen, daher waren die Wiesen mit Schnee bedeckt als wir uns Belfast näherten. Trotz des Wetters verlief die Fahrt auf der Autobahn problemlos, so dass wir bereits um 10 Uhr durch die Innenstadt von Belfast schlenderten.

Da wir nur einen Tag Zeit hatten, konzentrierten wir uns auf die Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt von Belfast wie den St Georges’s Market. Freitags, samstags und sonntags früh bieten hier mehr als 150 Händler an ihren Ständen alles von Antiquitäten bis hin zu Metallarbeiten an. Die meisten Besucher kommen allerdings aufgrund der herausragenden Lebensmittel. Am Wochenende wird zudem Jazz gespielt.

Auch für eine Besichtigung der Belfast City Hall blieb Zeit. Das Rathaus öffnete 1906 seine Tore. Heute werden hier Führungen angeboten. Sehenswert sind die wunderschönen Buntglasfenster, die von keltischen Mythen und Legenden erzählen und an die Opfer der Großen Hungersnot sowie der beiden Weltkriege gedenken. Auf dem Gelände befinden sich zudem viele Denkstätten, z.B. der Titanic Memorial Garden, in dem auf Bronzetafeln die Namen der 1.512 Passagiere festgehalten sind, die bei dem Untergang der Titanic ihr Leben verloren.

Das Highlight unseres Besuchs in Belfast war aber die Tour mit dem Black Taxi. Unser Fahrer führte uns für 2 Stunden durch die Geschichte Belfasts und zeigte uns dabei die berühmten Wandmalereien der Stadt. Mit viel Geduld und angereichert mit zahlreichen Anekdoten erklärte er uns die Bedeutung der verschiedenen Wandmalereien. Dadurch erhielten wir einen interessanten Einblick in die Geschichte Belfasts und den Nordirlandkonflikt.

Belfast

Für einige wichtige Sehenswürdigkeiten wie das Crumlin Road Goal (ehemaliges Gefängnis), das Metropolitan Arts Centre Belfast (kurz MAC) oder das Museum Titanic Belfast blieb uns bei unserem Kurzbesuch leider keine Zeit. Dafür machten wir nach unserer Rückkehr noch einen kurzen Ausflug nach Drogheda, wo wir abends libanesisch Essen gingen.

Südlich von Dublin

Am nächsten Tag nahm ich Abschied von meinen Freunden und machte mich auf den Weg nach Süden. Erster Stopp war der Küstenort Bray, etwa 20 Minuten südlich von Dublin. Grund für meinen Besuch in Bray war, dass ich unbedingt ans Meer wollte. Nach einem Spaziergang durch den Ortskern und am Strand entlang, ging es weiter nach Dalkey. Auf dem Weg dorthin machte ich noch einen Zwischenstopp im Killiney Hill Park. Von hier hat man eine atemberaubende Aussicht auf die Bucht von Dublin, den Strand von Killiney und Dun Laghoire.

Bray

Dalkey ist ein malerischer Küstenort, am südlichen Stadtrand von Dublin. Zahlreiche irische Berühmtheiten leben hier oder besitzen Eigentum, darunter Bono, Enya, Van Morrison und Chris de Burgh. Dalkey gilt nicht umsonst als Beverly Hills von Dublin. Nach einem Bummel durch den Ort und einen Stopp im Pub ging es weiter nach Dún Laoghaire. Für einen Ausflug nach Dalkey Island blieb leider keine Zeit, aber dafür war das Wetter auch zu schlecht. Es schüttete immerhin in Strömen. In Dún Laoghaire hatte ich das Royal Marine Hotel, direkt an der Promenade gebucht. Da es den ganzen Tag geregnet hatte und ich halb erfroren war, freute ich mich auf das Spa des Hotels.

Nach einem Frühstück mit Scones und einem langen Spaziergang entlang der Promenade, machte ich am nächsten Tag einen Ausflug in die Wicklow Mountains. Darauf hatte ich mich am meisten gefreut. Mit dem Mietwagen ging es entlang schmaler Landstrassen bis zur ehemaligen Mönchssiedlung Glendalough. Diese wurde im 7. Jahrhundert vom heiligen Kevin gegründet und befindet sich in einem Tal mit zwei Seen. Noch heute sind der 33 Meter hohe Rundturm der Siedlung sowie einige der Gebäudeteile und Gräber gut erhalten. Die Gegend ist bei Wanderern sehr beliebt und die Aussicht auf die Berge und Seen einfach nur spektakulär. Leider hatte Sturm „Eleanor“ inzwischen fast seinen Höhepunkt erreicht, so dass es zu gefährlich war, durch die Wälder zu wandern. Daher machte ich mich bald wieder auf den Weg.

Mein nächster Stopp war Powerscourt Gardens. Auf dem Weg dorthin machte ich immer mal wieder einen Zwischenstopp, um Fotos von den Wicklow Mountains zu machen und die atemberaubende Natur zu genießen. Powerscourt House ist das stattliche Herrenhaus der aristokratischen Familie Wingfield. Berühmt sind aber vor allem die Gärten und der nahegelegene Wasserfall. Die Gärten bestehen aus italienischen und japanischen Elementen und verschmelzen am Ende mit dem irischen Teil – der einzigartigen Landschaft der Wicklow Mountains. Etwa fünf Kilometer vom Powerscourt House befindet sich der 120 Meter hoher Wasserfall, der nicht nur der höchste in Irland ist, sondern auch zahlreichen Hollywood-Filmen als Kulisse diente.

Die Gärten haben mich wirklich sehr beeindruckt, so dass ich trotz Regen und Sturm viel Zeit dort verbrachte. Danach wärmte ich mich im Restaurant des Herrenhauses bei einem späten Lunch inklusive Kaffee und Scone auf. Zudem schlenderte ich durch den Shop, in dem man allerlei in Irland produzierte Produkte kaufen kann – zum Beispiel Decken und Schals aus Schafswolle. Danach ging es zurück nach Dún Laoghaire.

Dublin

Am folgenden Tag machte ich mich auf den Weg zum Flughafen in Dublin, wo ich meinen Mietwagen abgab. Danach bezog ich mein neues Hotel im Zentrum von Dublin. Da Sturm „Eleanor“ inzwischen seinen Höhepunkt erreicht hatte und es in Strömen regnete, entschied ich mich, den Tag Rest des Tages im Hotel zu verbringen. Nach einem späten Lunch, ging es ins Spa und dann suchte ich mir eine ruhige Ecke zum Lesen.

Glücklicherweise war das Wetter am nächsten Tag etwas besser. Daher konnte ich mit meiner Sightseeingtour in Dublin beginnen. Auf dem Programm standen: Trinity College, Guinness Storehouse, Dublin Castle, Temple Bar, St. Stephen’s Green, Christ Church Cathedral und die Ha’penny Bridge. Tickets für das ehemalige Gefängnis Kilmainham Gaol waren leider für die komplette nächste Woche ausgebucht.

Am folgenden Tag besichtigte ich die National Gallery of Ireland und das EPIC – The Irish Emigration Museum. Danach traf ich mich mit meiner Freundin zum Lunch, die extra nach Dublin gekommen war. Am Abend sowie am folgenden Morgen nutzte ich die verbleibende Zeit, um noch einige Souvenirs einzukaufen. Natürlich musste ich auch noch dem berühmten Kennedys Pub (eigentlich Kennedys Bar und Restaurant) einen Besuch abstatten.

Dann war meine Reise auch schon wieder zu Ende und der Flug zurück nach Zürich erwartete mich. Ich werde aber auf jeden Fall wieder nach Irland kommen und mir die Westküste anschauen und auch noch mal in Wicklow Mountains fahren – aber dann im Sommer.

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