Westminster Abbey ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten in London, immerhin wurde hier Königin Elisabeth II. gekrönt. Doch was macht die Kirche eigentlich so besonders? Wir haben in einem kurzen Steckbrief die 15 spannendsten Fakten über die Westminster Abbey zusammengetragen.

1. Hier werden Könige gemacht

Seit Wilhelm dem Eroberer wurden alle Könige von England bzw. des Vereinigten Königreichs in Westminster Abbey gekrönt. Die Krönung erfolgt traditionell durch den Erzbischof von Canterbury.

2. Grabstädte der Könige

Bis zu Georg II. wurden fast alle Könige in der Westminster Abbey beigesetzt. Zu den bekanntesten gehören Heinrichs VII und seine Gemahlin Elizabeth of York sowie Elisabeths I. und ihre Widersacherin die schottische Königin Maria Stuart. Seit dem 18. Jahrhundert dient St George’s Chapel auf Windsor Castle als Grabanlage der englischen Könige.

3. Sonderstellung als Eigenkirche

Aufgrund ihrer Funktion als «Königsmacherin» gehört die Westminster Abbey keiner Diözese an, sondern ist eine Eigenkirche der britischen Monarchie («royal pecular»). Der Dekan von Westminster wird direkt vom britischen Monarchen berufen.

4. Mit Eduard dem Bekenner fing alles an

Die Westminster Abbey wurde zwischen 1045 und 1065 im romantischen Stil erbaut. Zuvor hatte sich auf dem Gelände bereits eine Benediktinerabtei befunden. Der König, Eduard der Bekenner, war bereits zu krank, um an den Feierlichkeiten zur Weihe am 28. Dezember 1065 teilzunehmen. Er wurde 1066 als erster König in einer Kapelle der Abtei beigesetzt.

5. Das gotische Meisterwerk

1245 gab Heinrich III. den Bau der heutigen Kirche in Auftrag, die im Stil der französischen Hochgotik erbaut wurde. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Westminster Abbey kontinuierlich erweitert. Bis 1269 wurden Chor, das Querhaus und der östliche Teil des Langhauses vollendet. Die prachtvolle Kapelle Heinrichs VII wurde 1503-1509 im Perpendicular Style erbaut. Sie gilt als eines der schönsten spätgotischen Werke in Europa.

6. Zu guter Letzt: die Türme

Die beiden Haupttürme und die Fassade geben der Westminster Abbey ihr beeindruckendes Erscheinungsbild. Dabei wurden die Türme erst zwischen 1722 und 1745 errichtet.

7. Der Stein stammt aus Frankreich

Der größte Teil des für den Bau verwendeten Steines kam von Caen in Frankreich, der Isle of Portland und der Region Pays de la Loire in Frankreich. Für das Mauerwerk und die Böden wurde Purbeck-Marmor verwendet.

8. Die vier Tugenden der Westminster Abbey

Das Westportal bildet den Haupteingang und wird von Darstellungen der vier christlichen Tugenden – Wahrheit, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Friede – und darüber hinaus von zehn Märtyrern des 20. Jahrhunderts gerahmt.

9. Grab des unbekannten Soldaten

Inmitten der Könige befindet sich im Mittelschiff das Grab des Unbekannten Soldaten, der in der Erde französischer Schlachtfelder beigesetzt wurde. Laut einer Inschrift auf dem schwarzen Marmor liegt er dort, «weil er seinem Gott und Vaterland gut diente».

10. Das Who-Ist-Who der englischen Geschichte

Neben Königen sind in der Westminster Abbey auch viele berühmte Engländer bestattet. Darunter der Afrikaforschers David Livingstone, die Naturforscher Isaac Newton und Charles Darwin, der Dichter Ben Jonson sowie die Premierminister Andrew Bonar Law und Arthur Neville Chamberlain.

11. Die berühmte Dichterecke

Die Poets‘ Corner (Dichterecke) befindet sich im Querschiff der Westminster Abbey. Hier sind viele der bedeutendsten Dichter, Dramatiker und Schriftsteller begraben, darunter Chaucer, Tennyson, Browning, Longfellow, Dickens und Händel. Den Ursprung bildet das Grab Geoffrey Chaucers, der 1400 als erster Schriftsteller in der Westminster Abbey beigesetzt wurde. Dichtern wie William Shakespeare oder Lord Byron wurden Denkmäler, Büsten oder Gedenktafeln gewidmet.

12. Der Stone of Scone – Symbol der Einheit

Bis 1996 befand sich im Krönungsstuhl der Stone of Scone, auf dem jahrhundertelang die schottischen Könige gekrönt wurden. 1297 nahm Eduard I. den Schotten den Stein ab. 1996 wurde er offiziell an Schottland zurückgegeben und befindet sich seitdem im Schloss von Edinburgh. Der Stone of Scone gilt als ein Symbol für die Einheit der Königreiche England und Schottland.

13. Die „nachhaltige“ Orgel

Die Orgel der Westminster Abbey wurde erst 1937 anlässlich der Krönung Georgs VI. von der britischen Firma Harrison & Harrison erbaut. In dem Instrument wurde Pfeifenmaterial aus der Vorgängerorgel wiederverwendet, die 1848 von William Hill erbaut worden war. Die beiden Orgelgehäuse stammen aus dem Jahr 1895 und wurden noch für die Hill-Orgel angefertigt.

14. Platzmangel bei den Gräbern

Seit 1911 wurden aus Platzgründen zunehmend mehr Urnen bestattet, 1936 wurde dies schließlich zur Regel. Außer in der privaten Gruft der Dukes of Northumberland wurde seitdem keine Sargbestattung mehr in Westminster Abbey und ihrem Kreuzgang durchgeführt.

15. Museum mit zahlreichen Schätzen

In einem der ältesten Teile der Westminster Abbey, der Unterkirche aus dem 11. Jahrhundert, wurde 1908 ein Museum eingerichtet. Neben einer Sammlung königlicher Begräbnisgegenstände umfasst die Ausstellung einer Reihe mittelalterlicher Gläser, den Kröniginstuhl von Königin Marys II., Nachbildungen der Kronjuwelen sowie historische Bildnisse diverser englischer Könige und Königinnen.

Weitere Highlights der Ausstellung sind die Wachsfiguren von Horatio Nelson und William Pitt in ihren originalen Kleidungsstücken sowie ein Korsett von Königin Elisabeth I. Zudem befindet sich hier das älteste erhaltene Altarbild Englands: das Westminster Retable. Dieses stammt aus dem 13. Jahrhundert und wurde höchstwahrscheinlich für den Hochaltar der Westminster Abbey entworfen.

Kosten für die Besichtigung

Erwachsene: 23,50 EUR
Kinder (6-16 Jahre): 10,50 EUR
Familie (2 Erwachsene + 1 Kind): 46,50 EUR
Familie (2 Erwachsene + 2 Kinder): 52,50 EUR

Zu den Tickets

 

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