Die Grafschaft Devon liegt im Südwesten Englands, kurz vor Cornwall. Die Hauptstadt ist Exeter, die größte Stadt der Grafschaft ist jedoch Plymouth. Bekannt ist Devon vor allem für seine malerische Hügellandschaft, pittoreske Fischerdörfer und die beiden Nationalparks Dartmoor und Exmoor. Die Grafschaft ist eher ländlich geprägt, in ganz Devon leben gerade einmal 1.142.675 Menschen (Stand: 2012).

Neben den Wirtschaftssektoren Fischfang, Landwirtschaft und Bergbau sowie dem Dienstleistungs- und Finanzsektor gewinnt der Tourismus immer mehr an Bedeutung. Insbesondere die «Englische Riviera» mit den Küstenorten Torquay und Paignton ist bei Touristen beliebt. Neben vielen Briten ziehen Devon und die englische Südküste allgemein auch zahlreiche deutschsprachige Touristen an.

Englische Grafschaften

Devon ist zum einerseits eine zeremonielle Grafschaft und andererseits eine Verwaltungsgrafschaft. Was genau der Unterschied ist und welche Grafschaften es sonst noch in England gibt auffahrt Ihr hier.

Die Geschichte von Devon

Devon gehört zu den ersten Regionen Englands, die zum Ende der letzten Eiszeit besiedelt wurden. Bereits 6.000 v.Chr. gab es in Dartmoor die ersten Jäger und Sammler. Die Überreste der Dörfer sind zum Teil noch heute inmitten der englischen Landschaft zu bestaunen. Da sich der Boden nicht für Ackerbau eignet, wurde landschaftlich in den letzten Jahrtausenden nur wenig verändert, was Devon ideal für Archäologen macht. Viele Grabstätten und Steinkreise sind noch heute erhalten.

Im Mittelalter wurde Devon Schauplatz einiger der blutigsten Kämpfe auf den britischen Inseln. 1072 eroberten die Normanen mit Hilfe der Angelsachsen das damalige Kornwales und machten es sich untertan. Während dieser Zeit belagerte Wilhelm der Eroberer die Stadt Exeter. Weitere Belagerungen gab es im Jahr 1497 durch Perking Warbeck und im Englischen Bürgerkrieg (1642-1649). 1688 begann Wilhelm von Oranien seine Invasion in Brixham und zog mit seiner Armee durch Devon und Wiltshire bis nach London.

Seit Urzeiten gab es in Devon eine reiche Produktion an Kupfer und Zinn. Im 18. Jahrhundert entstanden die ersten Minen, die industriell ausgebeutet wurden. Noch heute können Besucher in der Nähe von Tavistock die größte Kupfermine der Welt besichtigen: die «Great Consols Mine». Die industrielle Revolution, die wie vielerorts große gesellschaftliche Veränderungen mit sich brachte, fand in Devon jedoch erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts statt. Heute sind wichtigsten Industriezweige der Fischfang, die Landwirtschaft und insbesondere der steigende Tourismus.

Top Sehenswürdigkeiten in Devon

1. Dartmoor

Im Süden der Grafschaft Devon liegt der Dartmoor Nationalpark, der über 900 Quadratkilometer hügelige Moor- und Heidelandschaft umfasst. Aufgrund seiner Moore und der häufigen Nebel hängt dem Nationalparkt etwas Mystisches an, weshalb er auch Schauplatz zahlreicher Filme und Romane wurde – etwa in «Hunde von Baskerville» von Sir Arthur Conan Doyle, aber auch bei Edgar Wallace und Alfred Hitchcock. Bekannt ist Dartmoor auch für seine zotteligen Wildpferde, die selbst im Winter im Freien ausharren.

2. Exmoor

In Nord-Devon liegt der Nationalpark Exmoor. Das hügelige Moorland hat seinen Namen vom Fluss Ex, der hier entspringt. Auch um das Exmoor ragen sich zahlreiche Legenden, etwa vom «Biest von Exmoor», das angeblich Schafe reißt. Die vielfältige Landschaft des Nationalparks ist Heimat vieler Wildtiere, darunter Hirsche, Rehe, zahlreiche Vogelarten und Otter. Zudem streifen vor allem im Sommer Ponyherden durch das Moor. Die Gegend ist ein Paradies für Reiter, die entlang der Küste über 480 Kilometer Reitwege nutzen können.

3. Torbay – die «Englische Riviera»

Aufgrund des milden Klimas wird Torbay an der Südküste Devons auch „englische Riviera“ genannt. Zu Torbay gehören die mediterran angehauchten Urlaubsorte Torquay, Paignton und Brixham. Die Gegend bietet ein Urlaubsflair, das man sonst nur aus südlicheren Urlaubsdestinationen kennt. Gleichzeitig findet man hier viele Bauwerke aus viktorianischen Zeiten, was Torbay einen ganz besonderen Charme verleiht. Ebenfalls interessant ist der Küstenort Dartmouth.

Anmerkung: Mich persönlich erinnert Torquay sehr an den Film «Dirty Dancing». Auf der einen Seite junge Leute (Sprachschüler), die Spaß haben möchten. Auf der anderen Seite viele englische Senioren, die hier entspannen möchten. Das alles in einem Setting aus einer anderen Zeit.

4. Clovelly

An der Nordküste Devons befindet sich das Fischerdorf Clovelly, dessen ursprünglicher Charme noch völlig erhalten ist. Strahlend weiße Cottages aus dem 16. Jahrhundert säumen die Straßen, die einen steilen Abhang hinunterführen und nicht von Autos befahren werden können. Eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Clovelly ist die alte Seerettungsstation von 1870.

Der Ort befindet sich in Privatbesitz. Für den Besuch muss daher ein jährlich festgelegter Eintrittspreis gezahlt werden, der zur Restauration der Gebäude und Straßen verwendet wird. Im Preis enthalten ist auch die Parkgebühr auf dem Gelände des Besucherzentrums sowie der Eintritt zum Kingsley Museum, zum historischen Fisherman‘s Cottage und zu den viktorianischen Gärten am Herrenhaus Clovelly Court.

Preise:
Eintritt: £7.50
Geführte Tour: £5

5. Plymouth

Die englische Küstenstadt Plymouth ist die größte Stadt Devons und schaut auf eine lange Geschichte zurück. Vor allem die Geschichte der Seefahrt ist beeindruckend – von Francis Drake über die spanische Armada bis hin zur Mayflower, die in Plymouth ihre Segel setzte und die ersten Pilger nach Amerika brachte.

Ob bei Regen oder Sonnenschein, in «Britain’s Ocean City» gibt es einiges zu sehen und erleben: Sehenswürdigkeiten, Shopping und Entertainment. Besonders sehenswert sind dabei das ursprüngliche Hafenviertel Barbican und der öffentliche Park Plymouth Hoe, von dem man einen umfassenden Blick auf die Bucht von Plymouth hat. Hier befindet sich auch der einstige Leuchtturm Smeaton’s Tower.

5. Jurassic Coast

Devon bietet 500 Kilometer Küste mit einigen der schönsten Sandstrände Englands – darunter Bigbury on Sea Beach, Bantham und Blackpool Sands. Sehenswert ist zudem die Jurassic Coast, die zum UNESCO Weltnaturerbe gehört und beeindruckende Fels- und Küstenformationen aufweist. Die Jurassic Coast reicht von der Landspitze Orcombe Point bei Exmouth in Devon bis zu den Old Harry Rocks bei Swanage in Dorset.

6. South West Coast Path

Die Grafschaft Devon bietet mehrere Fernwanderwege wie den South West Coast Path entlang der Küste oder den John Musgrave Heritage Trail bei Torquay. Der South West Coast Path ist der längste National Trai in Großbritannien. Er verläuft über 1.014 km (630 Meilen) von Minehead in Somerset, entlang der Küsten von Devon und Cornwall bis nach Poole Harbour in Dorset – und das immer an der Küste entlang.

8. Exeter

Devons Hauptstadt Exeter liegt am Fluss Exe und ist vor allem durch seine mittelalterlichen Kirchen geprägt. In der Kathedrale St. Peter kann das Exeter Book besichtigt werden, eines der wichtigsten Dokumente angelsächsischer Literatur. In Exeter befindet sich auch der älteste Park von England, die Northernhay Gardens. Weit über die Grenzen von Devon bekannt, ist zudem die University of Exeter. Zu den bekanntesten Alumni zählt die Starautorin Joanne K. Rowling.

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